Unser Reisetagebuch


Samstag, 20. Februar 2016

 

Leider verhinderte ein Notarzteisatz den pünktlichen Start in Frankfurt.

Mit 50 Minuten Verspätung startet die Boing 777 nach Sao Paulo.

 

Sonntag, 21. Februar 2016

Nach ca. 11 Stunden Flug landen wir sanft in Sao Paulo. Es ist kurz nach 6 Uhr (Ortszeit) als wir das Flugzeug verlassen. Leider können wir den „Cleanroom“ (Transitbereich) nicht verlassen und müssen  bis zum Start unseres Flugzeugs nach Santiago um 9:05 Uhr dort warten. So habe ich Zeit, meine funkgesteuerte Armbanduhr auf chilenische Zeit umzustellen und es gelingt mir sogar ohne Bedienungsanleitung. Die Zeitverschiebung zwischen Deutschland und Chile beträgt übrigens -4 Stunden.

Spannend wird es dann noch einmal bei der Gepäckausgabe. Aber letztlich kann jeder sein Gepäckstück in Empfang nehmen und wir machen uns mit Bus und U-Bahn auf den Weg zu unserem Hostel.

Hier konnten wir den „Mief“ von zwei Tagen abduschen. Nach einem kleinen Stadtbummel bei 37° C,  gab es im Hostel Abendbrot (Choripan).

Montag, 22. Februar 2016

Der Tag beginnt heute schon um 6:30 Uhr. Wir packen unsere Sachen und brechen nach einem kurzen Frühstück in Richtung Flughafen auf. Von dort geht unser Flug um 10:35 in Richtung Arica los..Arica ist die nördlichste Stadt Chiles und soll quasi der Ausgangspunkt unserer Rundreise werden. Wir fliegen mit Sky, einer chilenischen Billig-Airline. Der Flug ist unspektakulär und nach knapp 3 stunden erreichen wir Arica.

Ein „wlder" Taxifahrer bringt uns vom Flughafen zur Pension „Le Petit Clos“.

Das gebuchte Zimmer ist passabel und so brechen wir, nachdem wir uns ein wenig frisch gemacht haben, zur Stadtbesichtigung auf.

Wir stärken uns mit einer chilenischen Spezialität, einem „Completo“, einem Verwanden unseres Hot Dogs.

Dann kommt , was kommen muss: Wir suche unseren ersten Urlaubscache. Es ist übrigens der einzige Cache in der ganzen Stadt und befindet sich relativ nahe an unserer Unterkunft (reiner Zufall ?). Wie dem auch sei, führt uns die Suche doch zu einem Platz mit einem schönen Ausblick auf die Stadt. .

Dienstag, 23. Februar 2016

Wir sind in der Wüste und es regnet!

 

Nach einem netten Frühstück auf der Terrasse unseres Hostels mit Blick auf Arica, werden wir von Victor abgeholt. Bei ihm haben wir für die nächsten 4 Tage einen Reisebaustein im chilenischen Norden nahe der bolivianischen Grenze gebucht. Am erste Tag wollen wir von 0 m Meereshöhe in Arica zu einer ersten Übernachtung nach Putre (ca. 3500 m) fahren. Als erstes musste uns Victor eröffnen, dass die Tour nicht wir geplant stattfinden kann, da verschiedene Straßen wegen starkem Regens und Schlammlawinen nicht befahrbar sind. Und das in einer Gegend in der es sonst aller 4 Jahre regnet und dann auch nur 100 ml pro Quadratmeter.

 

Zuerst fuhren wir durch das Valle de Azapa. Dies ist ein schmales, fruchtbares Tal inmitten der Wüste. Unter fruchtbar und grün habe ich mir aber was anderes vorgestellt.

 

Wir besichtigten ein sehr gut gemachtes archäologisches Museum mit Chinchoro-Mumien, deren Alter auf 8000 Jahre geschätzt werden. Dies war gar nicht so gruslig, wie man denkt. Im Valle de Lluta sind auf den Berghängen geheimnisvolle große Geoglyphen zu sehen.

 

Wir fahren auf der Passstraße in Richtung Bolivien bis zu unseren Zielort Putre. Bolivien hat keinen eigenen Zugang zum Pazifik und der ganze Transport findet mit hunderten von LKWs auf dieser Straße, die bis auf 4500 m führt, statt. Durch Sprengarbeiten war eine Fahrbahnseite auch noch gesperrt sodass wir noch eine ganze Weile warten mussten, bis uns die Durchfahrt freigegeben wurde.

 

Früher gab es auch mal eine Bahnlinie, die wird aber irgendwie nicht mehr genutzt, weil die Wartungen auf bolivianischer Seite nicht mehr durchgeführt werden.

 

Mit zunehmender Höhe macht sich der immer knapper werdende Sauerstoff bemerkbar. Besonders schlimm erwischt es Volker (Kopfschmerzen und Schwindel). Nur Uta hat überhaupt keine Probleme.

 

Das Hotel ist annehmbar, hat aber leider keine Heizung. Macht nichts, wir sind ja campingerfahren. Aber chilenischen Sommer haben wir uns deutlich wärmer als 7-10 Grad vorgestellt.

Mittwoch, 24. Februar 2016

 

Auf den Altiplano und Höhenkrankheit

 

Heute geht es von Putre zum spektakulären Lago Chungara, der von 6000er Vulkanen überragt wird.

 

Wir fahren durch den Nationalpark Lauca. Dort drehen wir eine kleine Runde wo wir die frei lebenden Vicunas und Vizcachas (Hasen mit Schwänzen; verwand mit den Chinchillas) sehen. Erstaunlich, dass diese sich nicht durch unsere Anwesenheit stören lassen.

 

Leider zeigen Anne, Felix und Volker deutliche Anzeichen der Höhenkrankheit.

 

Die Passtrasse nach Bolivien ist teilweise recht abenteuerlich. Immer wieder sieht man umgestürzte LKWs und Bautrupps, die sich bemühen die Straße befahrbar zu halten. Streckenweise fehlt der Asphalt und es gibt tiefe Schlaglöcher. Zum Glück scheint Victor jedes Schlagloch persönlich zu kennen.

 

Unterwegs begegnen wir dann noch ganz netten Alpacas, die sich unbedingt mit uns fotografieren lassen wollen. Natürlich tun wir ihnen den Gefallen, bis eines von ihnen dann doch ein wenig zu aufdringlich wird.

 

Am Lago Chungara können nur Uta und Felix das gewaltige Panorama wirklich genießen. Anne und Volker pflegen ihre Höhenkrankheit die auch trotz des Einsatzes einheimischer Kräuter nicht wirklich besser wird.

 

Nachmittags besuchen wir noch die Termas Jurasi. Das hat was, bei ca. 8 °C , Regen und Nebel draußen im 50 °C heißen Thermalwasser zu baden. Volker hat das Erlebnis allerdings abgewählt und verzichtet heute auch auf das Abendbrot.

Donnerstag, 25. Februar 2016

 

Kurz nach 9:00 Uhr verlassen wir Putre. Unsere heutige Tagesroute musste noch einmal geändert werden, weil durch die heftigen Regenfälle der vergangenen Tage kleinere Straßen nicht passierbar sind. So fahren wir nun erst einmal wieder zurück nach Arica. Aber auch auf dieser Strecke ist noch schweres Gerät im Einsatz um die Straße wieder befahrbar zu machen.

In Poconchile essen wir sehr authentisch Mittag. Die Speisekarte ist nicht sehr umfangreich, aber alle werden satt.

Da wir nun wieder erheblich an Höhe verloren haben, sind auch die Höhenkranken wieder fit. Erstaunlich, wie schnell das ging.

In Arica halten wir dann noch einmal um in der großen Markthalle unsere Wasservorräte aufzufüllen.

Südlich von Arica, in der Wüste, besuchen wir die Presencias Tutelares. Von hier kann man Verbindung zu den Andengöttern aufnehmen. Wir haben gegenwärtig aber keinen Gesprächsbedarf.

Nach dem Durchfahren einer atemberaubenden Mondlandschaft machen wir an einem riesigen Feld voller magischer Steinfiguren halt. Diese nennt man hier Apachetas und dienten den Hochlandindianern als Wegweiser und als Altar für Patchamama (Mutter Erde). Auch wir bauen natürlich eine solche Steinpyramide.

Nach weiteren Kilometern erreichen im gleichnamigen Tal den kleinen Ort Codpa, wo wir in der mondänen Codpa Vally Lodge übernachten werden.

Wir machen noch einen kleinen Rundgang durch das Dorf und kosten in einem paradiesisch anmutenden Anwesen den Pintatani, einen schweren, süßen Rotwein, dessen spezielle Trauben hier neben, Guajaven, Orange, Mangos, Avocados u.v.a. gedeihen.

Später gibt es dann noch eine erfrischendes Bad im hoteleigenen Pool. Fazit: Unsere Unterkunft ist sehr komfortabel aber sicher nicht sehr authentisch.(Kleine Einschränkung beim Komfort: Strom gibt es nur von 20:00 bis 22:00 Uhr weil auf Grund einer ingenieurtechnischen Fehlleistung die Stromleitung zu gering dimensioniert wurde und somit die Lodge zwei Stunden am Tag mit einem Generator versorgt wird.)

Freitag, 26. Februar 2016

Heute, während des Frühstücks, überrascht uns der Chef der Lodge mit Bildern, die den Zustand der Straße von Putre nach Arica (Da sind wir gestern lang gefahren) zeigen. Diese ist durch Geröll und Schlammlawine inzwischen völlig unpassierbar geworden. Die LKWs von bzw. nach La Paz sollen sich schon über viele Kilometer stauen. Na, da haben wir noch mal Glück gehabt.

Wir brechen dann zum letzten Ziel unserer geführten Tour nach Iquique auf. Unterwegs gibt es die Geoglyphen von Chiza zu bestaunen. Anschließend starten wir dann noch eine leider erfolglose Geocachertour. Trotzdem an dieser Stelle noch einmal ein großes Dankeschön an den Kartenlieferanten!

Unser nächstes Ziel ist Humberstone, eine verlassene Salpeterstadt. Hier wurde bis 1960 Salpeter abgebaut und teilweise verarbeitet. Um die Industrieanlagen entstand eine richtige Kleinstadt für die Arbeiter mit Geschäften, Theater, Krankenhaus und sogar einem Schwimmbad. Der Erhaltungszustand der Anlagen lässt zwar zu wünschen übrig, trotzdem ist die Ausstellung sehr interessant und sehenswert.

 

Nach kurzer Fahrt ist dann Iquique erreicht. Hier müssen wir uns von Victor verabschieden. Er setzt uns vor dem Busdepot der Firma Kenny-Bus ab. Von hier startet pünktlich um 17:00 Uhr der Bus nach Calama. Die 5 1/2-stündige Fahrt wird durch ein paar Einlagen doch recht abwechslungsreich. Beim ersten Stopp nehmen einige fliegende Händlerinnen den Bus in Beschlag, um ihre Waren (meist Lebensmittel als Proviant für die Fahrt) unter den Passagieren zu verteilen. Später hält der Bus dann erneut und wir müssen unser sämtliches Gepäck aus dem Bus tragen. Das wird dann durchleuchtet und kann anschließend wieder verpackt werden. Grund dafür ist wohl , dass Iquique und Umgebung Freihandelszone ist und dass beim Verlassen dieser, Zollkontrollen durchgeführt werden.

Langsam wird es dunkel und gegen 22:30 Uhr erreichen wir Calama. Hier hat Felix 2012/13 ein Schuljahr verbracht. Maxi, sein Gastbruder, holt uns mit dem Auto ab. Neben ihm haben sich auch noch ein paar Schulkameraden von damals am Busbahnhof eingefunden. (das war irgendwie zu erwarten). Die Fahrt dauert nicht lange und bei einem geselligen Abendbrot lassen wir den Abend (Morgen) ausklingen.

Felix' Gasteltern sind noch auf einer Hochzeitsfeier und so werden wir diese erst morgen kennenlernen.

Samstag, 27. Februar 2016

 

Heute früh wird erst einmal ausgeschlafen.Gegen 10:00 Uhr gibt es Frühstück. Nun lernen wir auch endlich Felix' Gasteltern Rodrigo und Oriana kennen. Die beiden nehmen uns mit auf einen kleiner ersten Stadtbummel durch Calama. Wir besuchen auch Rodrigos Zahnarztpraxis um Felix' Kunstwerk aus seiner Zeit in Chile zu bewundern.

 

Am frühen Nachmittag steht dann ein Asado (Gegrilltes) an. Als Vorspeise gibt es Würstchen und der Hauptgang ist riesiges Rinderfilet – Lecker! Dazu gibt es allerlei Salate und natürlich Avocadocreme. Landestypisch macht man dann erst einmal „Siesta“.

 

Ein Versuch zum Bowling zu gehen scheitert. Dafür gibt es einen lustigen Kartenspieleabend. Natürlich nicht, ohne vorher ein umfangreiches chilenisches Abendbrot zu sich genommen zu haben. Nebenbei sehen wir noch ein paar Fotos aus Felix' Zeit in Chile.

 

Gegen 1:00 Uhr ist der Tag zu Ende.

 

Sonntag, 28. Februar 2016

 

Heute sind wir noch einmal mit Rodrigo und Oriana unterwegs. Wir fahren nach Pukara de Lasana, einen alte Indianerburg aus prä-inkaischer Zeit. Mit der Ankunft der Spanier wurde sie aufgegeben. Von der Pukara (Festung) hat man einen guten Blick auf die Berge und Vulkane Boliviens.

 

Weiter geht es über enge Straßen zur Laguna Inca Coya. Es ist ein atemberaubender Anblick: Azurblaues Wasser inmitten dieser staubigen und trockenen Wüste.

 

In der Nähe finden wir dann auch den nächsten Cache.

 

Von dort fahren wir weiter nach Chiu Chio. Dieser kleine Ort gilt als eine der ältesten spanischen Siedlungen in Chile.

 

Am Abend gibt dann u.a. leckere Empanadas und Tacos. Dann endet der Tag etwas eher als die vergangenen.

 

 

 

Montag, 29. Februar 2016

 

Heute Vormittag besucht Felix mit Maxi seine ehemalige Schule in Calama. Die Schule in Calama beginnt zwar erst morgen, aber die Lehrer sind schon da. Uta, Anne und Volker statten in der Zeit der Mall (großes Einkaufszentrum) einen Besuch ab.

 

Anschließend versuchen wir noch vier Plätze in der Tour durch die Chuquicamata-Mine zu bekommen. Leider klappt das nicht. Die Veranstaltung fällt heute aus. Die Mine gilt als größtes, von Menschenhand gemachtes Loch der Welt.

 

Wir fahren trotzdem in Richtung Mine und sehen uns in der Umgebung ein wenig um. Dann galt es noch einen Cache in einem alten Bagger zu finden. Leider, trotz intensiver Bemühungen, wieder erfolglos.

 

Nach dem Abendessen bringen wir Maxi zum Flughafen. Für ihn beginnt morgen das Studium in Santiago.

 

Am Abend gibt es dann noch ein paar wertvolle Tipps von Felix' Gasteltern für unsere weitere Reiseroute sowie die Einladung, die Tage am Ende unserer Reise in Santiago in Maxis Studentenwohnung zu verbringen.

 

Dienstag, 1. März 2016

 

Heute müssen wir Calama verlassen. Oriana verabschiedet sich als erste von uns. Sie muss zu ihrer Arbeit. Rodrigo bringt uns mit dem Auto zum Busbahnhof. Der Bus hat ca. 20 Minuten Verspätung. Das ist kein großes Problem. Weitaus belastender ist der Geruch im Bus. Es riecht, als wäre die Bustoilette explodiert. Da heißt es: Nase zu und durch. Zum Glück sind es nur knapp 2 Stunden bis San Pedro. Dort angekommen, müssen wir unsere Koffer ca 20 Minuten durch den Staub zu unserer Unterkunft ziehen. Diese können wir trotz der frühen Tageszeit (früher Mittag) schon beziehen. Prima. San Pedro ist der absolute touristische Brennpunkt der Atacamawüste. Hier tummeln sich die Touristen aus aller Welt. Es gibt Restaurants, Souvenir-Shops und Büros in denen man touristische Dienstleistungen buchen kann.

 

Nachdem wir uns mit riesigen Empanadas gestärkt haben, buchen wir zwei Ausflüge für die nächsten Tage. Wie streifen durch die Gassen des Städtchens und erfrischen uns mit Mote con Huesillo.

 

Dann kommt jemand auf die Idee, für Morgen vier Fahrräder auszuleihen und durch die Wüste zu radeln. Klingt das nicht verrückt?

 

Wie können die Räder schon heute Abend abholen und so können Felix und Volker schon mal eine kleine Probefahrt in „Richtung Argentinien“ unternehmen

 

Zum Abendessen gibt es Käsebrötchen und frisches Obst am Tischchen vor unserer Unterkunft.

 

Nach den ca 35°C am Tag wird es zum Abend angenehm kühl.

 

Mittwoch, 2. März 2016

 

Es ist noch nicht so sehr heiß, als wir gegen 8:15 Uhr unsere Fahrradtour zum Valle de la Luna (Mondtal) starten. Bis dort hin sind es ca. 15 km. Wir verlassen San Pedro und fahren auf wenig befahrenen, anfangs sogar noch asphaltierten Straßen in Richtung Mondtal. Dann folgen wir einer Schotterpiste und passieren ein Kassenhäuschen an dem eigentlich der Eintritt für das Valle de la Luna kassiert wird. Leider ist noch nicht geöffnet und so einigen wir uns darauf, bei der Rückfahrt zu bezahlen. Das Geländeprofil wird zunehmend anspruchsvoller. Anstiege wechseln sich mit Gefällen ab. Dann passiert es: An einem der Berge tritt Volker so stark in die Pedale, dass die Kette reißt. Das ist bedauerlich aber kein Beinbruch, haben wir doch mit unserer Tourbeschreibung zwei Telefonnummern erhalten, die wir in solchen Fällen anrufen können. Leider ist nun die eine Rufnummer nicht erreichbar und der Kollege, welcher sich unter der anderen Rufnummer meldet nicht zuständig. Er will sich aber bemühen, einen Kontakt zu vermitteln. Leider gelingt das nicht und so sitzen wir mit einem defekten Fahrrad in der Wüste fest. Zweimal passieren uns Radfahrer (zufälligerweise sprechen sie deutsch, weil aus Deutschland). Diese sind allerdings auch nur mit Leihfahrrädern und ohne Ersatzteile unterwegs. Was nun? Da vom Radverleiher offensichtlich keine Hilfe zu erwarten ist, müssen wir irgendwie selbst eine Lösung finden. Erste Überlegung: Das Fahrrad rollt ja noch. Man könnte also den abschüssigen Teil der Strecke rollen. Bleiben noch die Anstiege und die ebnen Teile der Strecke. Auch hierfür finden wir eine Lösung. Ich erspare mir eine Beschreibung. Die Bilder sprechen für sich.

 

So erreichen wir also nach endlicher Zeit, den Fahrradverleih in San Pedro. Der Verleiher will die Sache offensichtlich einfach auf sich beruhen lassen. Felix' Verhandlungsgeschick ist es zu verdanken, dass wir fast die gesamte Leihgebühr erstattet bekommen. Das Geld setzen wir dann gleich mal wieder in einem Eisladen ein. Also: Ende gut, alles gut.

 

Nach einer ausgiebigen Siesta, die haben wir uns verdient, brechen wir in glühender Hitze zu einer kleinen Wanderung zur Pucara de Quitor auf. Hier gibt es die Reste eines Wehrdorfes der Inka zu sehen. Dieses wurde 1540 von den Spaniern im Handstreich blutig erobert.

 

Den Abend beschließen wir in einem der zahlreichen Lokale der Stadt.

 

Donnerstag, 3. März 2016

An dieser Stelle möchten wir einen herzlichen Geburtstagsgruß nach Bonn/Gran Canaria übermitteln.

Alles Gute, viel Glück und Gesundheit.

                           Die 4 Reisenden

 


 

Heute früh werden wir gegen 7:15 von unserem Hostel abgeholt. Mit einem Kleinbus und einigen anderen Touristen wollen wir, geführt von Nicolas (Fahrer und Guide), einige Lagunen besuchen.

 

Zuerst halten wir in Toconao und später in Socaire. Hier sehen wir uns jeweils eine Kirche an. Die scheint es hier recht zahlreich zu geben und meist ist der Dachstuhl aus Kaktusholz und ohne einen einzigen Nagel, nur mit Lamaleder zusammengebaut.

 

Der nächste Höhepunkt ist die Lagune Chaxia. Hier gibt es zahlreiche Flamingos zu bestaunen. Außerdem wird ein kleines Frühstück gereicht. Später fahren wir noch zu den Lagunen Meniques und Miscanti. Beide beindrucken durch ihre azurblaue Farbe inmitten grandioser Berge.

 

Nach der Rückkehr nach San Pedro gegen 14:00 Uhr gibt es leckere landestypische Kost in einem der Restaurants.

 

Mit einem kleinen Einkauf bereiten wir das Abendbrot auf unserer Terrasse vor. Später wird gepackt, denn morgen verlassen wir San Pedro.

 

Freitag, 4. März 2016

 

Bevor wir heute San Pedro verlassen und nach La Serena aufbrechen, steht noch ein besonderes Ereignis an. Wir besuchen die Geysire El Tatio. Dazu müssen wir schon sehr zeitig raus. Der Bus holt uns gegen 4:45 Uhr vom Hostel ab. Unsere gepackten Koffer können wir noch bis zum Nachmittag dort stehen lassen.

 

Die Tour führt uns wieder auf mehr als 4500m ü.N.N. Wir bereiten uns mit Aspirin darauf vor, um nicht wieder der Höhenkrankheit zum Opfer zu fallen. Die Fahrt dauert dann ca. 3 Stunden. Dann erreichen wir das höchste Geysirfeld der Erde. Der Anblick ist gewaltig und am besten in der Zeit kurz vor dem Sonnenaufgang zu erleben. Deshalb auch der zeitige Aufbruch. Es ist bitter kalt (knapp über 0°C) Wir bekommen eine Menge erklärt und als dann die Sonne aufgegangen ist und die Luft ein wenig erwärmt hat, schlüpfen wir ins wohlig warme Thermalwasser. Auf der Rückfahrt sehen wir dann noch diverse Tiere, die wir aber alle schon kennen. Zurück in San Pedro gibt es Mittag im Adobe, einer Gaststätte, in der Felix „immer“ mit seiner Gastfamilie einkehrte, wenn sie in San Pedro waren. Später holen wir unsere Koffer aus der Unterkunft und machen uns auf den Weg zum Busbahnhof. Dort startet um 17:00 Uhr der Nachtbus nach La Serena.

 

 

 

PS: Die Fotos von den Geysiren können leider nicht das Blubbern und Zischen wiedergeben, welche der Szene die beeindruckende Atmosphäre verleihen.

 

 

 

Samstag, 5. März 2016

 

San Pedro – La Serena

 

Unsere erste „echte“ Nachtbusfahrt von San Pedro (Abfahrt 17.00 Uhr) nach La Serena (Ankunft ca. 9.15 Uhr) stand bevor. Dies sind ca. 1200 km! Dieses Mal sind wir sogar mit der Klasse „Cama“ (vergleichbar mit den Flugzeug erste Klasse) gefahren. Dies war zwar mehr oder weniger ein Buchungsfehler von uns, aber trotzdem noch bezahlbar. So haben wir auch alle recht gut geschlafen.

In La Serena angekommen machen wir uns gleich auf den Weg ins Hostel „El Punto“, um unser Gepäck unterzustellen. Dieses Hostel wird von einer Deutschen geführt. Dort können wir sogar gleich frühstücken. Besonders schön ist der Innenhof (Patio) .

Dann besichtigen wir den schönen und gepflegten japanischen Garten. Nach den Bezug unseres schönen Zimmers im Hostal halten wir eine kurze Siesta. In La Serena ist das Wetter recht angenehm, nur noch ca. 20°C und bewölkt. So benötigen wir heute weder die Sonnenbrillen noch die Sonnencreme mit Lichtschutzfaktor 50.

Wir fahren mit dem Collectivo zum Leuchtturm. Die Wellen des Pazifiks sind recht beeindruckend. Anschließend bummeln wir durch das Stadtzentrum, welches durch spanisch koloniale Bauten geprägt ist. Auffällig im Markt sind die vielen Papaya-Erzeugnisse. Wir kosten die kandierten Früchte.

Die von der netten Hostalbesitzerin empfohlene Gaststätte macht leider schon 19.00 Uhr zu, so dass wir im Hostal, welches auch einfache Gerichte anbietet zum Abendbrot essen. Anschließend trinken wir im schönen Patio noch ganz stimmungsvoll einen Pisco (typisch hier für die Gegend).

Sonntag, 6. März 2016

 

Von La Serena machen wir heute einen Abstecher nach Vicuña. Ein Linienbus bringt uns dort hin. Um die Kultur nicht zu kurz kommen zu lassen, besuchen wir das Museum der Lyrikerin und Diplomatin Gabriela Mistral. Sie wurde 1889 in Vicuña geboren (1945 Nobelpreis für Literatur). Nach diesem kulturellen Höhepunkt erfolgt dann das Kontrastprogramm: Etwa 30 Minuten vom Zentrum des Ortes entfernt befindet sich die Firma Capel welche den ortstypischen Pisco herstellt (Brennerei). Die Fabrik kann man besichtigen und zum Schluss gibt es auch noch eine kleine Kostprobe. Zurück nach Vicuña nimmt uns ein freundliches Touristenpaar im Auto mit (zu viert auf der Rückbank!) Dort gibt es dann Mittag. Mit dem Linienbus geht es zurück nach La Serena.

 

Montag, 7. März 2016

 

Heute steht, bevor wir La Serena verlassen, ein Ausflug zur Isla de Damas an. Der Kleinbus holt uns von unserer Unterkunft ab. Die gepackten Koffen können wir noch zurücklassen.

 

Mit einer Gruppe von ca. 14 Leuten fahren wir nach Punta de Choros. Von dort sind es dann nur noch ca. 20 km bis zum Meer.

 

Mit einem Boot setzen wir zur Insel über. Die See ist ausgesprochen ruhig. Unterwegs begegnen uns Delfine, die das Boot begleiten. Wir verbringen eine gute Stunde auf der Insel. Dann geht es zurück, vorbei an der Isla de Choros. Hier gibt es Humboldtpinguine, Pelikane, Kormorane und Seelöwen zu sehnen. Das ist sehr beeindruckend.

 

Nach der Bootstour gibt es in Punta den Choros Mittag. Auf der Rückfahrt nach La Serena lassen sich noch ein paar Füchse sehen, die sich ziemlich dicht an uns heran trauen. Auch einige Wildesel kreuzen unseren Weg.

 

In La Serana holen wir unsere Koffer ab und machen uns auf dem Weg zum Busbahnhof. Das Warten auf den Nachtbus, der erst 23:15 Uhr abfährt ist ein wenig nervig.

 

Dienstag, 8. März 2016

 

Am Dienstagmorgen kommen wir schon gegen 5.45 Uhr in Valparaiso an. Eigentlich sollte der Bus etwa eine halbe Stunde später ankommen und gewünscht haben wir uns eine Verspätung von mindestens einer Stunde. So fahren wir mit einen Taxi erst einmal in die noch nächtliche Innenstadt zum Hostal. Der Taxifahrer meinte, wir könnten ja an der Tankstelle frühstücken, was wir auch taten.

 

 

Im dunklen macht Valparaiso einen reichlich schmudligen Eindruck auf uns. Insbesondere die freilaufenden Hunde, die hier gefühlt besonders reichlich sind, machen uns Angst.

 

Gegen 8.00 Uhr waren wir wieder am Hostel und wollten unser Gepäck abstellen. Wir konnten sogar unser Apartment schon beziehen.

 

 

Um 10.00 Uhr schlossen wir uns einer lehrreichen Stadtführung (Tours 4 Tips) mit einer interessanten Geschäftsidee an. Diese Stadtführung kostet nichts, sondern finanziert sich ausschließlich aus freiwilligen Trinkgeld. Besonders interessant sind die Ausblicke von einigen der vielen Hügel (Bismarkplatz) auf die Stadt und das Meer und die Fahrt mit einen alten O-Bus. Ebenso lernen wir, dass der Chilenische Kongress hier tagt und das Leben von Salvador Allende eng mit Valparaiso verbunden ist.

Anschließend erleben wir eine sehr unterhaltsame Hafenrundfahrt. Früher war Valapaiso der chilenische Hafen. Durch den Bau des Panamakanals und die künstliche Herstellung von Salpeter, verlor der Hafen seine einstige Bedeutung. Interessant ist, dass ein Teil des Hafens von Deutschland gebaut wurde und die Chilenen diesen bis 2020 gepachtet haben, bevor dieser wieder ein ausschließlich chilenischer Hafen wird.

 

 

Danach haben wir uns eine Pause in einen gemütlichen Cafe mit chilenischen süßen Köstlichkeiten verdient.

 

 

Anschließend erkunden wir Valparaiso von oben und bummeln durch ein entzückendes Viertel und fahren mit einer sehr steilen Standseilbahn. So haben wir uns Valparaiso vorgestellt!

 

 

Der Abend bot noch ein besonderes Highlight. Gegen 21.00 Uhr mussten wir die Ferienwohnung wechseln, da in unserer alten die Küche unter Wasser stand und keiner so genau wusste, warum. Also sind wir innerhalb des Hauses noch einmal umgezogen!

 

 

 

 

Mittwoch, 9. März 2016

 

Da wir uns morgen wieder der Kultur widmen wollen und das Haus von Pablo Neruda besuchen, gönnen wir uns einen Badetag in Viña del Mar. Leider ist der Park Quinta Vergara (ein schöner botanischer Garten) geschlossen, da dort vor kurzen das Festival Internacional de la Cancioñ (Latino Schlagerfestival) stattgefunden hat . Schade!

So bummeln wir entlang der Standpromenade und genießen den schönen Sandstrand.

Donnerstag, 10. März 2016

 

Heute Abend steht wieder eine Nachtbusfahrt an. So packen wir unsere Koffer und lassen diese wie immer an der Rezeption zurück,um den Tag noch unbeschwert in der Stadt zu verbringen. Erstes Ziel ist die Villa, in der Pablo Neruda in Valapaiso lebte. Heute ist das Haus ein Museum. Die Erklärungen gibt es von Audioguide sogar auf deutsch. Danach bummeln wir noch durch die Stadt und betrachten die vielen „Street-Art-Objekte“. Nun ja, wie so oft bei der Kunst, gehen auch hier die Meinungen sicherlich auseinander. In einem Blumenladen (der merkwürdigerweise auch ein Cafe beinhaltet) genießen wir noch ein paar chilenische Köstlichkeiten.

Später holen wir unsere Koffer ab und machen uns auf den Weg zum Busbahnhof. Leicht verspätet erreicht unser Bus den Busbahnhof und wir können die reservierten Plätze einnehmen. Abfahrt 20:15 Uhr, vorgesehene Ankunft in Puerto Varas: 10:55 Uhr. Das sind gut 1100 km.

Freitag, 11. März 2016

 

Die Nachtfahrt habe wir gut überstanden und das Hostel in Puerto Varas relativ schnell gefunden. Leider können wir unser Zimmer noch nicht beziehen. So machen wir uns erst mal auf die Suche nach einer Möglichkeit für ein spätes Frühstück. In Chile sind ja zur Zeit Ferien und so ist der kleine Ort doch ziemlich voll von Urlaubern. Trotzdem finden wir ein geeignetes Etablissement.

 

In der Gegend um Puerto Varas haben sich zu unterschiedlichen Zeiten zahlreiche deutschen Einwanderer niedergelassen, sodass der deutsche Einfluss teilweise noch spürbar ist. Besonders deutlich wird das beim Bäcker (Torten- und Kuchenangebot) oder beim Bier.

 

Nachdem wir unser Zimmer beziehen konnten, machen wir uns ein wenig frisch und fahen anschließend nach Puerto Montt. Das dauert mit dem Linienbus ca. 20 Minuten. Wir besuchen den Fischmarkt und lassen uns ganz spontan zu einer Hafenrundfahrt überreden. Dann gibt es, nahe dem Fischmarkt, Mittag. Uta hat sich von Allem etwas gewünscht. Und so bekommen wir eine Fischplatte mit „von Allem etwas“. Einiges von Allem ist doch sehr gewöhnungsbedürftig. Wir bummeln noch ein wenig die Promenade entlang und fahren dann mit dem Bus zurück nach Puerto Varas.

Samstag, 12. März 2016

 

Auf den Spuren der Einwanderer

 

 

 

Irgendwie ist es hier ganz anders als im weiter nördlich gelegenen Chile. Es ist hier richtig schön grün, die Häuser sehen europäisch aus und man sieht hier öfters deutsche Worte und Namen.

 

 

 

Zuerst fuhren wir mit den Linienbus nach Nueva Braunau *) (ca. 9 km von Puerto Varas). Es ist sehr erstaunlich, wie oft hier die Busse fahren (und dies auch am Wochenende). Außerdem ist es üblich, die Busse auch außerhalb der Haltestellen anzuhalten und man kann rein praktisch auch überall aussteigen bzw. wird auch mal ein paar Meter weiter gefahren. So hat uns der Busfahrer bis in den Hof vom Museum gefahren. In Nueva Braunau gibt es das Museo Antonio Felmer. Der Enkel des Namensgeber hat hier eine interessante Sammlung aus der Lebenswelt der Einwanderer zusammengetragen. Uns wurde u.a. ein Grammophon und ein Polyphon vorgeführt. Volker fand insbesondere die kleine, aber feine Sammlung von Telefonapparaten toll. Der chilenische Staat hat die Einwanderer aus Europa gefördert, indem er Ihnen Boden geschenkt hat. So hatten diese die Chance hier ein neues Leben anzufangen. Insbesondere von ca. 1850 bis 1900 sind viele deutschsprachige Menschen eingewandert. Vor Beginn des 1. Weltkrieges haben ca. 30000 deutschsprachige Einwanderer in Chle gelebt, davon ca. 6000 im Süden.

 

Danach fuhren wir über Puerto Varas nach Frutillar. Dort gibt es das Museo Colonal, welches ein Freiluftmuseum ist. Neben einer schönen Gartenanlage, kann man einige Häuser besichtigen. Allerdings kann man sich nicht so richtig in die Mühen und Schwierigkeiten der Kolonisten in der Anfangszeit hineinsetzen. Offen ist für mich auch geblieben, ob in diesem Gebiet davor schon Ureinwohner siedelten.

 

Frutillar ist schon recht kurios mit den vielen erhaltenen Kolonistenhäusern. So aßen wir dann im Restaurant „Guten Apetit“ (Originalschreibweise).

 

Leider haben wir auch heute den Vulkan Osorno nicht gut gesehen. Schade

 

*) Die Leute, die hier siedelten kamen zum großen Teil aus Braunau, heute Broumov im nordöstlichen Teil Böhmens in Tschechien an der Grenze zu Niederschlesien (Polen) und nicht aus DEM Braunau am Inn.

 

Sonntag, 13. März 2016

 

Heute haben wir es endlich geschafft, den Vulkan Osorno in voller Schönheit zu sehen.

 

Als wir am Vormittag in Petrohue los wandern sieht es noch gar nicht danach aus. Wie an den vergangenen Tagen verbirgt er sich in dichtem Nebel. Der Wanderweg ist ziemlich sandig, was das Vorankommen erheblich erschwert. Die Gehend gehört zu einem Nationalpark und wir müssen uns an und später auch wieder abmelden. Falls der Vulkan ausbricht, sind entsprechende Fluchtwege ausgeschildert. Nach einem kleinen Picknick ist es dann soweit. Der Nebel löst sich mehr und mehr auf und wir sehen den Osorno mit seinem schneebedeckten Gipfel in voller Pracht.

 

Die Wanderung führt uns weiter zum Lago Todos los Santos. Auch hier gibt es grandiose Aussichten zu bestaunen. Felix wagt sogar ein Fußbad in dem kristallklaren Wasser.

 

Auf der Rückfahrt machen wir noch an den Saltos del Petrohue (Wasserfälle) halt. Nun ja, die sind auch nicht schlecht aber mit dem Vulkan und dem See können sie nicht mithalten.

 

Montag, 14. März 2016

 

Heute stand der Besuch der Insel Chiole auf dem Programm. Dazu mussten wir  schon sehr zeitig raus. Unsere Buspassage war von Puerto Montt gebucht. Da mussten wir allerdings kurz nach Sieben erst einmal hinkommen (Entfernung: ca. 20 Busminuten).

 

So schleichen wir im Dunkeln durch Puerto Varas. Und siehe da, der Microbus kommt und muss nur noch angehalten werden. So klappt die Fahrt auf die Insel problemlos. Der Reisebus wird komplett mit einer Fähre übergesetzt.

 

Nach einer kurzen Besichtigung der Stadt Ancurd, hier gibt es auch ein kleines Frühstück, geht es weiter nach Castro. Wir bummeln durch die Stadt, und lassen uns zur Mittagszeit überreden an einem Curanto-Essen teilzunehmen. Dabei wird in einem Loch in der Erde, mit heißen Steinen, ein Gemisch aus Kartoffeln, Fleisch, Würsten, diversen Muscheln und anderem mehr, ein Gericht gebraut, welches für uns Europäer doch ein wenig gewöhnungsbedürftig ist. Da es Uta ja nun aber authentisch mag, bleibt uns nichts weiter übrig, als kräftig zuzulangen und zu hoffen, das der Verdauungstrakt nicht rebelliert.

 

Danach machen wir noch eine kleine Bootsrundfahrt und später bringt uns der Bus wieder nach Puerto Varas.

 

Dienstag, 15. März 2016

 

Das Curanto-Essen haben alle gut überstanden.

 

Heute wechseln wir mal wieder das Quartier. Allerdings benötigen wir dazu dieses mal keine Nachtfahrt. Gegen 9:45 Uhr fahren wir in Puerto Varas los und erreichen Valdivia gegen 13:00 Uhr. Unser Zimmer können wir leider noch nicht beziehen. So machen wir uns erst einmal auf den Weg zur legendären Kunstmann-Brauerei. Die Firma mit den deutschen Wurzeln soll das beste Bier Südamerikas brauen, so sagt man jedenfalls. Auf dem Brauereigelände gibt es ein zünftiges Mittagessen mit einem Kunstmannbier. Es schließt sich eine Betriebsführung an.

 

Der Linienbus bringt uns zurück in die Stadt.

 

Bei einem Stadtrundgang entdecken wir die Seelöwen an der Uferpromenade, denen wir eine Weile zusehen.

 

Später führt uns Felix (Er war in seinem Chilejahr schon einmal in Valdivia) zu einer Konditorei, die wir uns eigentlich nur mal ansehen wollen. Da aber Abendbrotzeit ist, bleiben wir gleich zu einem etwas untypischen Abendessen.

 

Auf dem Rückweg zum Hostel schauen wir noch einmal bei den Seelöwen vorbei. Die schlafen schon (fast alle).

 

Mittwoch, 16. März 2016

 

Heute Vormittag haben wir zuerst den Fischmarkt besichtigt. Hier kann man die Fischhändler in Aktion beobachten. Unmittelbar dahinter warten die Seelöwen auf die Fischabfälle. Die Fischverkäufer scheint es nicht zu stören, dass die bis zu 300kg schweren Tiere hinter ihnen gunzen und auf den nächsten Happen warten.

 

Nach dieser kaum zu toppenden Showeinlage fahren wir nach Niebla. Dort befinden sich mehrere Forts, die die Spanier im 17. Jahrhundert gebaut hatten, um Valdivia zu schützen. Von der Festung hat man einen schönen Blick auf die Flussmündung in den Pazifik.

 

Nachmittags fahren wir mit dem Boot um die Insel Teja. Felix macht uns heute mit einem weiteren chilenischen Snack (Pinones → Frucht der Araukarie, schmeckt ähnlich wie geröstete Maronen) bekannt. Wir genießen die Ruhe. Nach einen Stadtbummel gehen wir zum Quartier.

 

Dampfschiff "Collico"

Donnerstag, 17. März 2016

 

Heute zeigt uns Chile sein regnerisches Gesicht. Wir packen unsere Sachen und lassen sie (wie immer) noch in unserer Unterkunft stehen. Wegen des Regens benutzen wir den Bus zum Zentrum und besuchen das Museo Histórico y Antropológico Mauricio Van de Maele. Es ist im alten Wohnhaus von Karl Anwandter, des Pariarchen der deutschen Einwanderer, untergebracht und beinhaltet eine Ausstellung von Mapuche-Handwerk. Eine andere Abteilung widmet sich den deutschen Einwanderen.

 

Da noch etwas Zeit bis zur Abfahrt unseres Busses nach Pucon ist, bummeln wir noch ein wenig durch den Botanischen Garten. Das ist bei Nieselregen aber nicht das große Vergnügen.

 

 

 

13:45 Uhr fahren wir mit dem Bus in Richtung Pucon ab. Das Wetter bessert sich zunehmend. Der Regen hört auf und die Sonne scheint. Durch viele Baustellen kommt der Bus allerdings nur verzögert voran.

 

Als wir am späteren Nachmittag Pucon erreichen regnet es noch einmal sehr heftig. Mür müssen uns erst einmal unterstellen.

 

In unserem Hostel beziehen wir ein Zimmer mit zwei Doppelstockbetten. Das ist nicht sehr komfortabel weil wenig Platz für unseren Kram ist.

 

 

 

Wir sehen uns noch ein wenig im Ort um und essen in einem der vielen Restaurants zu Abend. Vorher klären wir noch mit einem am Ort ansässigen Autovermieter die Modalitäten zur Anmietung eines Autos denn die nächsten zwei Tage wollen wir die Umgebung Pucons mit dem Auto erkunden.

 

Freitag, 18. März 2016

 

Da sich die Umgebung Pucons leider nicht mit öffentlichen Verkehrsmitteln erschließen lasst, haben wir uns entschlossen die Dienste einer Autovermietung in Anspruch zu nehmen. Gegen 10:00 Uhr sind die Formalitäten abgeschlossen und wir können starten. Wir fahren mit einem asiatischen Kleinwagen (Baujahr 2011) in Richtung Termas Geometricas, einer einzigartigen Thermalanlage an der Südflanke des Vulkans Villarica, abseits der Touristenströme. Geht die Fahrt anfangs über normale chilenische Straße, ändert sich dies auf den letzten 15 – 20 km. Der Reiseführer spricht von einer „passablen Erdstraße“, für unser kleines Auto ohne Allradantrieb ist es einfach nur eine fürchterliche Holperstrecke. Aber unser Ziel entschädigt dann für die Unannehmlichkeiten während der Fahrt. Wir genießen ein paar Stunden in angenehm warmen Wasser in herrlicher Natur. Die einzelnen Becken haben unterschiedliche Temperaturen. Von 31 bis 45°C ist alles dabei. Es gibt allerdings auch ein Becken (mit Wasserfall) mit 9°C.

 

Böse Zungen behaupten, dass dieses heute unser erster Urlaubstag wäre.

 

Die Rückfahrt entspricht der Hinfahrt, wir kaufen noch ein paar Lebensmittel und machen im Hostel Abendbrot.

 

Samstag, 19. März 2016

 

Nach der Entspannung gestern, stehen heute wieder physische Herausforderungen an. Unser Mietautochen bringt uns zum zum Eingang des Parque Nacional Huerquehue (Nationalpark). Hier wollen wir eine „kleine Runde“ um die drei Seen (Lago Chico, Lago Toro, Lago Verde) machen. Tatsächlich ist die zurückzulegende Entfernung auch nicht allzu groß. Das Bodenprofil macht die Wanderung aber doch ein wenig anspruchsvoll. Am Wegesrand entdecken wir Pflanzen, die wir bei uns nur aus Blumenkästen kennen. Außerdem begegnen uns handtellergroße behaarte Spinnen und zahlreiche Eidechsen. Zwischendurch hat man immer mal wieder wunderbare Ausblicke auf den Vulkan „Villarrica“ und die herrlichen Bergsehen. Am Lago Verde gibt es dann auch noch einen Cache zu finden.

 

Am Abend gehen wir auf besonderen Wunsch in ein vegetarisches Lokal. Hier treffen sich vor allem deutsche und andere ausländische Touristen (Touristinnen). Den Chilenen scheint diese Art der Ernährung nicht zu entsprechen.

 

Sonntag, 20. März 2016

Ein Gastbeitrag.

 

Nach der gestrigen (Tor)Tour um den Lago „Merde“ beginnt der heutige Tag ein bisschen gemächlicher. Das mag bei dem Ein oder Anderen am hart erarbeiteten Muskelkater liegen, bei Anderen eher an der Faulheit. Nach dem, für die erwerbstätige Generation, späten Frühstück bummeln wir ein wenig durch Pucon. Wir lassen uns durch die Geschäfte und Märkte treiben und versuchen, leider mit wenig Erfolg, unsere Postkarten zu versenden. Im Nachhinein kann nicht mehr rekonstruiert werden wie es passierte doch plötzlich finden wir uns im „Cafe de la P“ wieder. Es ist einfach fantastisch, Schokotorten wohin das Auge blickt. Wir fügen uns unserem Schicksal und verlassen nach einiger Zeit diesen wunderbaren Ort mit drei angefangenen Tortenstücken im Rucksack. Wir waren dem Ganzen noch nicht gewachsen.

Nach einem kurzen Schokoladenkoma sind wir gewappnet für das Highlight des Tages.

Am Nachmittag holt uns ein kleiner Bus am Hostel ab und bringt uns Mitten in den Wald, an eine kleine Lichtung, wo wir unsere Kleidung gegen Neoprenanzüge, Schwimmweste und Helm tauschen. Es geht zum Rafting (← anklicken für Erklärung).

Von hier fahren wir noch kurz stromaufwärts. Am Fluss Trancura angekommen gibt es eine kurze Erklärung und dann werden wir auf die drei Schlauchboote aufgeteilt. Unsere Mannschaft wird mit einem jungen Israeli komplettiert und schon üben wir mit Paolo (unserem Bootsführer) noch die wichtigsten Befehle. So sind wir nach kurzer Zeit bereit vorwärts und rückwärts zu paddeln, unsere Körper blitzschnell in das Boot zu werfen und flink wieder in Position zu sein. Nun geht es den Fluss abwärts. Immer wieder gelingt es uns rasante Stromschnellen zu überwinden. An einer Stelle müssen wir die Boote verlassen. Dieser Wasserfall wäre doch zu gewagt. Wir umgehen dies durch einen kurzen Fußmarsch durch den Wald. Manche fordern das Glück erneut heraus und springen von einem Felsvorsprung in unbekannte Gewässer (aus unserer Familie ist nur eine Person so naseweis). Auch die anderen erreichen die Boote wieder und die Fahrt geht weiter. Aber wir sind ja nun schon ein wenig erfahren und können auch die nächsten Felsen und Strömungen erfolgreich meistern. Am Ende der Fahrt bekommen wir alle nochmal die Möglichkeit richtig nass zu werden. Anstatt gemütlich ans Ufer zu schippern, springen wir alle (!) in den Fluss um die letzten Meter ans Ufer zu schwimmen. Was wir daraus gelernt haben? Auch chilenische Flüsse sind im März richtig kalt.

Nun lassen wir den Abend im Hostel ausklingen. Morgen geht die Fahrt weiter und vorher will der Wein geleert sein.

 

Montag, 21. März 2016

 

Ein Besuch im Mapuchedorf Curarrehue

 

 

 

Nachdem wir in den letzten Tagen mehrfach auf die Spuren deutscher Auswanderer gestoßen sind, wollten wir auch etwas in die Kultur der hier ansässigen indigienen Mapuche eintauchen. Leider ist dies uns nicht wirklich gelungen.

 

Die Einwohner von Curarrehue sind zu etwa 80% Mapuche und leben in recht einfachen Verhältnissen. Wir besuchen das Centro Cultural Aldea Indigena Trawupeyüm (in der Mapuchesprache „ Wo wir uns treffen“. Leider ist die Ausstellung etwas enttäuschend. Wir essen in einer Mapucheküche neben der Ausstellung. Die Betreiberin ist sehr nett. Volker ist heute den zweiten Tag über sich hinaus gewachsen, denn auch hier gibt es ein vegetarisches Gericht (so etwas wie ein dicker Graupeneintopf).

 

Nachmittags verbringen wir noch Zeit am leeren, schwarzsandigen Strand von Pucon bei angenehmen Wetter. Wir beobachten einen Paragleitflieger und Schüler beim Schwimmtraining im See. Dafür fanden wir das Wasser aber schon reichlich kalt.

 

Nach einen letzten Abendbrot (Volker hat endlich mal wieder ein schönes Stück Fleisch bekommen) im Pucon fahren wir mit dem Nachtbus (ab 21.45 Uhr) nach Santiago.

 

Dienstag, 22. März 2016

 

Unser Bus kommt gegen 8.30 Uhr am zentralen Busbahnhof in der Nähe der Universität an. Glücklicherweise ist unser Bus nicht zu zeitig, dafür sorgt der Berufsverkehr in Santiago. Wir haben wieder alle recht gut im Bus geschlafen. Dies ersetzt zwar kein Bett, ist aber auf jeden Fall bequemer und komfortabler als im Flugzeug.

 

Beim Frühstück im Busbahnhof erfahren wir aus den chilenischen Fernsehen von den schrecklichen Attentat in Brüssel.

 

 

 

Nach Benutzung der Infrastruktur des Busbahnhofes (Gepäckaufbewahrung und Bad) und nachdem wir mit einer Sammelkarte für die Metro ausgestattet sind besuchen wir das neue Museum der Erinnerung „Museo de la Memoria“ (2010 erst eröffnet). Dies ist für uns „harte“ Kost. Dieses Museum ist eine Auseinandersetzung mit der Pinochet-Diktatur von 1973-1990. Schon die moderne Architektur ist beeindruckend. Dank eines Audioguides, der auch auf Deutsch verfügbar ist, können auch wir diese schreckliche Zeit nachvollziehen.

 

 

 

Gegen 16.00 Uhr treffen wir uns dann in der Wohnung von Felix Gastfamilie in Santiago. Maxi gibt uns die Schlüssel und wir dürfen hier die nächsten vier Tage mit Maxi und Mathias (der Name wird wirklich mit mit einem t geschrieben) wohnen.

 

 

 

Wie so oft in Chile ist diese moderne und gepflegte Wohnanlage umzäunt und wird bewacht. Dies ist für uns doch schon etwas gewöhungsbedürftig!

 

Mittwoch, 23. März 2016

 

Als Erstes sehen wir uns heute die La Moneda, den Präsidentenpalast an. Das geht natürlich nur von außen. Im Bereich unterhalb dieses Gebäudes (Centro Cultural Palacio la Moneda) besuchen wir eine Fotoausstellung mit dem Titel „Album de Chile“.

 

 

 

Später schließen wir uns einer Stadtführung an. Das machen wieder die Leute von „Trip 4 Tip“ da wir mit diesen schon in Valparaíso gute Erfahrungen gemacht haben. Die Führung dauert etwa 3 Stunden und ist sehr interessant. Natürlich wird auch über die Zeit der Diktatur gesprochen. Danach besuchen wir den Parque Araucu, ein riesiges Einkaufszentrum. Allerdings ist mit uns, abgesehen von einem Imbiss, kein Geschäft zu machen.

 

Donnerstag, 24. März 2016

 

Ziel ist heute ein weiteres Pablo-Neruda-Museum. Es befindet sich in Isla Negra. Isla Negra ist weder schwarz, noch ist es eine Insel, wie der Name vermuten lässt. Es handelt sich einfach um ein Fischerdorf. Hier hat Pablo Neruda gelebt und ein Haus besessen, welches heute ein Museum ist. Ebenso kann das Grab des Dichters hier besucht werden.

 

 

 

Als der Bus uns dann später wieder nach Santiago gebracht hat, besuchen wir noch das Costanera-Center. Hier steht mit 300m Höhe das höchste Gebäude Lateinamerikas. Von oben hat man einen wunderbaren Blick über die Stadt. Zufälligerweise geht gerade die Sonne unter. Prima Timing.

 

Freitag, 25. März 2016

 

Nach dem Ausschlafen fahren wir noch einmal in die Innenstadt von Santiago. Heute ist unser letzter Tag in der Stadt. Morgen beginnt die Heimreise.

 

Wir schlumpern durch das Viertel „Barrio Bellavista“ in dem auch, na wer wohl? Ja richtig, Pablo Neruda lebte.

 

Nächstes Ziel ist er Cerro San Cristobal, der Hausberg Santiagos. Für den Aufstieg wählen wir die Funicular, die Standseilbahn.

 

Das ist leider mit langem Anstehen verbunden. Schließlich ist ja heute Feiertag (Karfreitag), den viele Familien zum Feiertagsausflug nutzen.

 

 

 

Auf dem Berg thront eine 14m hohe Marienstatue. Wir drehen eine kleine Runde und fahren dann mit der Standseilbahn, weil Volker zum Laufen zu faul ist, wieder nach unten.

 

 

 

In einem Restaurant in den Gassen von Barrio Bellavista gibt es ein paar chilenische Köstlichkeiten. Später geht es wieder Heim.

 

Nach einer mehr oder weniger langen Siesta machen wir uns auf zum Abschlussabendessen. Nach ein wenig Suchen finden wir ein Restaurant im Parque Araucu. Maxi ist auch mit dabei und er hat das Auto dabei. Sehr komfortable!

 

Samstag, 26. März 2016

 

Heute nun heißt es Abschied nehmen. Erlebnisreiche Wochen liegen hinter uns. Unglaublich schnell ist die Zeit vergangen. Sicher konnten wir nur einen Teil des großen Landes besichtigen, für mehr rechte die Zeit (auch wenn es 5 Wochen waren) einfach nicht. Den wohl auch sehr sehenswerten Süden müssen wir uns für das nächste Mal aufheben.

 

Gegen 11:00 Uhr brechen wir mit U-Bahn und Bus zum Flughafen auf. Nach einem leicht turbulenten, dreistündigen Flug erreichen wir São Paulo. Hier müssen wir wieder umsteigen. Der anschließende Transatlantikflug ist ruhig und wir können mehr oder weniger gut ruhen.

 

Bei der Einreise nach Deutschland entscheidet dann ein Computer ob wir einreisen dürfen oder nicht (So scheint es jedenfalls).

 

So, das war es. Damit endet unser Chile-Abenteuer. Für uns war es toll. Ich hoffe, die Bilder und Berichte konnten ein wenig davon vermitteln.